Der Rote Veltliner ist eine alte Weißweinsorte, welche hohe Ansprüche an die Lage stellt. Er ist sehr empfindlich gegen Pilzkrankheiten, Winter- und Frühjahrsfrost. Die Sorte ist überaus ertragsreich (Massenträger). Wird keine Ertragsregulierung durchgeführt, so geraten die Weine dünn und ausdruckslos. Hingegen ist der Rote Veltliner bei entsprechender weingärtnerischer Pflege und Vinifizierung eine Rarität. Franz Hietl (1898–1980) war Weinhauer in Engabrunn in der Ried Gallenberg in Walkersdorf am Kamp. Im Jahre 1916 sah er, dass trotz des schlechten Blühwetters bei den verschiedensten Veltliner-Varianten ein Rebstock – entgegen allen anderen – einen Traubenbehang hatte. Er begann daraufhin die langwierige Arbeit der Rebselektion, suchte Kontakt mit der österreichischen Rebenzüchtung in Klosterneuburg und konnte so mit wissenschaftlicher Unterstützung die Klonenzüchtung beginnen. Die Sorte Roter Veltliner, wurde auch als „Hietl-Roter“, verbreitet. Um die Verbreitung der Sorte bemühte sich auch das Weingut Mantlerhof in Gedersdorf bei Krems mit eigenen Selektionen.